Ho’oponopono – wie deine innere Freiheit zurückgewinnst
Ho’oponopono ist weit mehr als eine Methode der Vergebung. Für mich ist Ho’oponopono ein kraftvoller Weg, um alte emotionale Verbindungen zu lösen, Verantwortung für den eigenen inneren Zustand zu übernehmen und die Vergangenheit dort zu lassen, wo sie hingehört: in der Vergangenheit. In diesem Beitrag erfährst du, was Ho’oponopono bedeutet, wie du es anwenden kannst und warum Vergebung vor allem eines bedeutet: Freiheit für dich.
Ho’oponopono: Wo lebst du noch in deiner Vergangenheit?
Bevor wir über Ho’oponopono sprechen, möchte ich dir eine Frage stellen:
An welche Situation aus deiner Vergangenheit brauchst du nur zu denken – und innerhalb weniger Sekunden verändert sich dein Gefühl?
Eine Trennung?
Ein Verrat?
Eine Ungerechtigkeit?
Ein Konflikt?
Ein Mensch, der dich verletzt hat?
Oder vielleicht etwas, das du dir selbst bis heute nicht verziehen hast?
Die Situation liegt möglicherweise fünf, zehn oder sogar dreißig Jahre zurück.
Und trotzdem reicht ein einziger Gedanke.
Plötzlich ist die Wut wieder da. Der Groll. Die Enttäuschung. Vielleicht verändert sich sogar dein Körper. Du spannst dich an, dein Atem wird flacher und in deinem Kopf beginnt ein Gespräch, das im Außen überhaupt nicht stattfindet.
Die entscheidende Frage ist:
Wo bist du in diesem Moment?
Im kraftvollen gegenwärtigen Moment?
Oder wieder mitten in deiner Vergangenheit?
Genau hier beginnt für mich die eigentliche Kraft von Ho’oponopono.
Was bedeutet Ho’oponopono?
Ho’oponopono stammt aus der hawaiianischen Kultur und bezeichnet traditionell einen Prozess, um gestörte Beziehungen zu klären und wieder in Ordnung zu bringen.
Das Wort pono kann unter anderem mit richtig, stimmig, in Ordnung oder in Balance übersetzt werden. Die Wiederholung in Ho’oponopono verstärkt diesen Gedanken des Wieder-in-Ordnung-Bringens.
Und genau das beschreibt für mich sehr schön, worum es geht:
Ordnung im Inneren schaffen.
Nicht den anderen verändern.
Nicht die Vergangenheit verändern.
Nicht so tun, als wäre nichts geschehen.
Sondern deine eigene Beziehung zu dem verändern, was geschehen ist.
Ho’oponopono führt dich zurück in deine innere Macht
In meinem Blogbeitrag „Innere Macht“ habe ich bereits beschrieben, wie schnell wir unsere Macht an andere Menschen oder Situationen abgeben.
Jemand sagt etwas – und deine Stimmung kippt.
Jemand verhält sich anders, als du möchtest – und du denkst den ganzen Tag darüber nach.
Oder eine Erinnerung taucht auf und innerhalb weniger Sekunden fühlst du dich wieder genauso wie damals.
Wer hat in diesem Moment die Macht?
Du?
Der andere?
Oder deine Vergangenheit?
Für mich ist Ho’oponopono deshalb ein Weg von der Ohnmacht zurück in die eigene Macht.
Oder anders gesagt:
Vom Erschöpften zum Schöpfer.
Denn solange du innerlich gegen etwas kämpfst, das bereits geschehen ist, bindest du deine Energie an etwas, das du nicht mehr verändern kannst.
Die Vergangenheit kannst du nicht umschreiben.
Aber du kannst verändern, welche Macht sie heute noch über dich hat und sie nicht länger am lebendig halten.
Ho’oponopono bedeutet nicht, dass etwas plötzlich in Ordnung war
Dieser Punkt ist mir besonders wichtig.
Vergebung bedeutet nicht:
„Es war richtig, was du getan hast.“
Sie bedeutet nicht:
„Es war nicht so schlimm.“
Sie bedeutet nicht:
„Ich entschuldige dein Verhalten.“
Und Ho’oponopono bedeutet auch nicht automatisch Versöhnung.
Du darfst Grenzen setzen.
Du darfst einen Menschen aus deinem Leben gehen lassen.
Du darfst sagen:
„Was passiert ist, war nicht in Ordnung.“
Und trotzdem darfst du dich innerlich davon lösen.
Denn wem hilft es, wenn du zehn Jahre später noch immer mit deiner Gesundheit, deiner Energie und deinem inneren Frieden für etwas bezahlst, das ein anderer Mensch getan hat?
Vielleicht bedeutet Vergebung deshalb:
Ich akzeptiere, dass es geschehen ist. Aber ich entscheide, dass es nicht länger mein heutiges Leben bestimmen darf.
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Woran erkennst du, dass du noch nicht losgelassen hast?
Lass uns etwas ausprobieren:
Denke an einen Menschen, der dich verletzt hat.
Beobachte deinen Körper.
Was passiert?
Wird dein Atem flacher?
Spannst du deinen Kiefer an?
Zieht sich dein Bauch zusammen?
Verändert sich deine Haltung?
Beginnt sofort ein inneres Gespräch?
Dann ist die Situation chronologisch vielleicht längst vorbei.
Emotional könnte sie für dich jedoch noch sehr lebendig sein.
Genau hier kann Ho’oponopono ansetzen.
Nicht mit der Frage:
„Wer hatte damals recht?“
Sondern:
„Was trage ich davon heute noch in mir?“
Zwei Menschen – dieselbe Erfahrung, zwei unterschiedliche Leben
Stell dir zwei Frauen vor.
Beide haben vor zwanzig Jahren eine schwierige Scheidung erlebt.
Die eine sagt heute:
„Es war damals furchtbar. Aber rückblickend war diese Trennung der Beginn eines völlig neuen Lebens.“
Die andere sagt zwanzig Jahre später noch voller Hass:
„Dieser Mensch hat mein Leben zerstört.“
Beide haben eine Scheidung erlebt.
Aber nur eine lebt heute noch emotional darin.
Welche der beiden Frauen ist wirklich frei für etwas Neues?
Genau das ist für mich die entscheidende Frage bei Ho’oponopono.
Nicht:
Was ist dir passiert?
Sondern:
Was davon bestimmt dich heute noch?

Ho’oponopono und Eigenverantwortung
Eine Frage, mit der ich gerne arbeite, lautet:
„Warum ist diese Situation HEUTE noch in meinem Leben?“
Damit meine ich ausdrücklich nicht:
„Was habe ich getan, damit mir das passiert?“
Du bist nicht verantwortlich für die Handlungen eines anderen Menschen.
Es geht um etwas anderes.
Warum beschäftigt es dich heute noch?
Was hältst du fest?
Was löst dieser Mensch noch immer in dir aus?
Wie viel deiner Energie fließt noch in diese Geschichte?
Ho’oponopono holt die Verantwortung dorthin zurück, wo du tatsächlich etwas verändern kannst: zu dir.
Vielleicht wird der andere Mensch sich niemals entschuldigen.
Vielleicht wird er niemals verstehen, was er getan hat.
Vielleicht wirst du niemals die Erklärung bekommen, auf die du wartest.
Möchtest du wirklich so lange auf deinen inneren Frieden warten?
Deine Freiheit darf nicht davon abhängen.
Die 4 bekannten Sätze des Ho’oponopono
Viele Menschen kennen Ho’oponopono heute durch vier kurze Sätze:
Es tut mir leid.
Bitte vergib mir.
Ich liebe dich.
Danke.
Diese vier Sätze stammen aus einer modernen, vereinfachten Form des Ho’oponopono und bilden nicht das gesamte traditionelle hawaiianische Verfahren ab.
Aber gerade ihre Einfachheit macht sie für den Alltag interessant.
Dabei geht es nicht darum, sie gedankenlos hundertmal aufzusagen.
Es geht um die Haltung dahinter.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid, dass diese Geschichte noch so viel Raum in mir einnimmt.
Bitte vergib mir.
Vielleicht richtet sich dieser Satz sogar an dich selbst. Dafür, dass du dich verurteilt hast oder glaubtest, damals anders handeln zu müssen.
Ich liebe dich.
Das muss nicht bedeuten, dass du einen Menschen lieben musst, der dich verletzt hat. Es kann bedeuten: Ich entscheide mich wieder für Liebe und Frieden in meinem eigenen Leben.
Danke.
Danke dafür, dass ich heute neu entscheiden kann. Danke dafür, dass meine Vergangenheit nicht meine Zukunft sein muss.
Ho’oponopono und der Widerstand gegen Vergebung
Vielleicht liest du diese Sätze und in dir schreit alles:
„NEIN!“
Sehr gut.
Dann hast du etwas gefunden.
Werde neugierig.
Warum möchtest du nicht loslassen?
Was würde Vergebung für dich bedeuten?
Manchmal halten wir an Wut fest, weil sie uns Stärke gegeben hat.
Manchmal glauben wir, Vergebung würde bedeuten, dem anderen recht zu geben.
Aber das tut sie nicht.
Du kannst gleichzeitig sagen:
„Es war nicht in Ordnung.“
und:
„Ich möchte nicht mehr daran gebunden sein.“
Das eine schließt das andere nicht aus.
Dr. Hew Len und die moderne Ho’oponopono-Praxis
Eng mit der weltweiten Bekanntheit des modernen Ho’oponopono verbunden ist Dr. Ihaleakala Hew Len.
Über ihn wird häufig die Geschichte erzählt, dass er in einer psychiatrischen Einrichtung auf Hawaii Ho’oponopono auf ungewöhnliche Weise angewendet habe. Statt ausschließlich mit den Patienten zu arbeiten, soll er sich intensiv mit seinen eigenen Reaktionen auf deren Krankenakten beschäftigt haben.
Der Erzählung nach veränderte sich mit der Zeit auch das Klima auf der Station.
Diese Geschichte sollte nicht mit einer wissenschaftlich dokumentierten klinischen Studie verwechselt werden.
Doch der Gedanke dahinter fasziniert mich:
Was passiert, wenn ich aufhöre, ausschließlich den anderen verändern zu wollen – und zuerst schaue, was eine Situation in MIR auslöst?
Genau darin liegt für mich eine der stärksten Botschaften von Ho’oponopono.
Wie Ho’oponopono mein eigenes Leben verändert hat
Ich wünschte, ich hätte vieles davon bereits vor dreißig Jahren gewusst.
Ich hätte mir vermutlich einiges an Leid und viele meiner täglich grüßenden Murmeltiere erspart.
Ich bin immer wieder in dieselben Gedankenschleifen gerutscht.
Ich dachte an eine Situation.
Dann kam Wut.
Groll.
Traurigkeit.
Also dachte ich noch mehr darüber nach.
Und das Gefühl wurde stärker.
Obwohl in diesem Moment überhaupt nichts passierte.
Mein Körper war im Heute. Meine Gedanken lebten im Gestern.
Ich war alles andere als frei.
Mit meinen eigenen Gedanken hatte ich mir ein Gefängnis gebaut.
Und ich sage dir:
Selbstgebaute Mauern können stabiler sein als Mauern aus Stein.
Denn irgendwann sehen wir sie nicht einmal mehr.
Wir glauben:
„So bin ich eben.“
„So ist mein Leben.“
„Das werde ich nie vergessen.“
So lange wir uns als Opfer darstellen und dem anderen die Schuld geben, sind wir so was von UNFREI! Wir sind gefangen in unseren eigenen Mauern!
Auch diese Menschen gab es in meinem Leben, die ständig anderen die Schuld gegeben haben für ihre Befindlichkeit. Sie waren in ihrer Wahrnehmung das arme Opfer. Doch Opfer können in ihrem Leben nichts verändern. Es ist das Gegenteil von Schöpfer.
Sie sind gefangen.
Beobachte mal deine Mitmenschen…du wirst wahrscheinlich mit diesem Wissen ganz viele Mauern wahrnehmen können.
So habe ich im Laufe meiner eigenen Entwicklung noch etwas gelernt:
Ich kann durch diese Mauern gehen!
Und du kannst es auch!
Deine kleine Ho’oponopono-Übung
Nimm dir heute zehn Minuten.
Wähle zunächst keine extrem belastende Erfahrung, sondern eine Situation, bei der du merkst:
Da hängt noch etwas.
Schließe die Augen.
Atme ruhig.
Denke kurz an die Situation und beobachte:
Was geschieht in meinem Körper?
Welche Gedanken kommen?
Welche Emotion taucht auf?
Und dann frage dich:
„Bin ich bereit, heute ein kleines Stück davon loszulassen?“
Wenn es sich für dich stimmig anfühlt, arbeite langsam mit den vier Sätzen des Ho’oponopono und sage sie 7x hintereinander:
I am sorry – Es tut mir leid.
Please forgive me – Bitte vergebe mir. Ich vergebe dir.
I love you – Ich liebe mich. Ich liebe dich.
Thank you – Danke.
Du musst nichts erzwingen.
Beobachte einfach, was passiert.

Ho’oponopono ist eine Entscheidung für deine Freiheit
Vielleicht ist das der wichtigste Gedanke, den ich dir mitgeben möchte:
Du vergibst nicht, um deine Vergangenheit zu verändern.
Du vergibst, damit deine Vergangenheit nicht länger deine Gegenwart bestimmen muss.
Du musst nichts vergessen.
Du musst nichts gutheißen.
Du musst dich mit niemandem versöhnen.
Aber du kannst entscheiden:
Ich möchte meinen inneren Frieden nicht länger an einen Menschen oder eine Situation aus meiner Vergangenheit binden. Ich möchte nicht länger in dieser Abhängigkeit leben.
Für mich ist genau das Ho’oponopono.
Verantwortung.
Loslassen.
Selbstführung.
Innere Macht.
Und vor allem:
FREIHEIT.
Vielleicht fragst du dich jetzt:
Welche Geschichte aus meiner Vergangenheit erzähle ich mir immer noch – und was kostet es mich, an ihr festzuhalten?
Du bist die Person, die die Vergangenheit am Leben hält.
Möchtest du deine selbstgebauten Mauern durchbrechen?
Manche Mauern erkennen wir selbst kaum noch. Wir haben dieselben Gedanken und Geschichten so oft wiederholt, dass sie sich irgendwann wie die Wahrheit anfühlen.
Ho’oponopono kann ein Weg sein, etwas davon in Bewegung zu bringen. Nicht, indem du endlos in deiner Vergangenheit gräbst oder versuchst, sie ungeschehen zu machen. Sondern indem du beginnst, deine Aufmerksamkeit und deine Energie wieder zu dir zurückzuholen.
Vielleicht ist deine Mauer dünner, als du denkst. Vielleicht ist sie ziemlich massiv.
Entscheidend ist:
Du musst nicht davor stehen bleiben.
Und manchmal ist es leichter, neue Wege nicht nur zu erkennen, sondern sie gemeinsam mit anderen oder in einer persönlichen Begleitung tatsächlich zu gehen.
Wenn du dir einen geschützten Raum wünschst, um deine eigenen Muster, alten Geschichten und inneren Grenzen tiefer anzuschauen und Veränderung Schritt für Schritt in deinem Leben zu verankern, findest du mehr dazu unter:
Wenn du Veränderung einmal ganz anders erleben möchtest – raus aus dem Alltag, hinein in einen Raum für Begegnung, Erfahrung und neue Verbindung –, dann entdecke meine Retreats, Workshops und den GOOD MORNING CLUB unter:
Bleib neugierig auf dich und das, was für dich möglich ist.
Deine Eva
